Die Geschichte von FERNANDO BERLIN - oder wie aus Orchideen traumhafte Stiefel wurden

2010 gründet Ferdinand Tiffert FERNANDO BERLIN. Das Fashion-Startup fertigt exklusive Lederstiefel auf Maß und findet schnell Fans weltweit. Doch der Weg zum eigenen Label ist längst nicht so geradlinig wie die Absätze an einem FERNANDO Stiefel.

Zunächst einmal muss es ein Studium sein. Geschichte, garniert mit Afrikanistik und – aufgemerkt – Lusitanistik, die Wissenschaft der portugiesischen Kultur und Literatur. Jemand sagt Ferdinand damals, das seien ja alles nur Orchideenfächer. „Schön!“, antwortet der Schöngeist, „passt ja zu meiner Mission, die Welt ein Stückchen schöner zu machen.“

Doch zum Glück findet Ferdinand perfekt sitzende Lederstiefel an Frauenbeinen noch ein bisschen schöner als sein Studium und beschließt das Naheliegende – er gründet sein eigenes Label. In Portugal findet er die idealen Bedingungen für den Aufbau seiner Produktion. Die Portugiesen haben eine lange Tradition im Leder- und Schuhmacherhandwerk und genießen weltweit einen guten Ruf im Bereich Premiumschuhe. Sprachbarrieren gibt es ja – der Orchidee sei Dank – keine.

Von den Orchideenfächern in den Orchideenberuf – aus Ferdinand, dem Schöngeist, wird Fernando, der Maßstiefelmacher. Neben kniehohen Klassikern mit und ohne Absatz sind es vor allem die Crotchhighs, hautenge Stiefel mit superlangem Schaft, die sich großer Beliebtheit bei den Kundinnen erfreuen. Perfekt auf Maß gemacht sind sie so bequem, dass man sie am liebsten zu jedem Outfit kombinieren möchte. Und eben das wünscht sich der Macher. Fernando Stiefel sollen nicht monatelang im Schuhkarton liegen und dann einmal im Jahr Freigang bekommen. Man kann ruhig öfter mal atemberaubend aussehen.

Das gilt übrigens auch für die Herren der Schöpfung. Einst war der Stiefel, auch in der schenkelhohen Version, dem Manne vorbehalten, denn er schützte und wärmte das Bein. Darum bietet Fernando Berlin alle Modelle bis Größe 47 an. Gerade die flachen, kniehohen Modelle werden oft von Männern bestellt.

Heute sitzt Ferdinand in seinem Showroom in Prenzlauer Berg in Berlin und freut sich über die leuchtenden Augen der Kundinnen, wenn sie zum ersten Mal ihre neuen Stiefel anziehen. Hier die Madame, die in den Spiegel schaut und sich freut, dass ihre Stiefel passen. Und dort der Monsieur, der seine Madame anschaut, als hätte sie wieder ihr Hochzeitskleid an. Dann denkt er sich „Wieder die Welt ein Stückchen schöner gemacht.“

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